Auszeichnung vorbildlicher Bauten im Land Hessen 2014

 

Der Mut, die Verzweiflung oder die Angst vor dem Älter und Einsamer werden ist für einige ein Antrieb sich in unserer demografisch stark veränderten Gesellschaft über neue Formen des Wohnens Gedanken zu machen.

Hausgemeinschaft im Alter

Zu Hause älter werden und im Alter eigenständig bleiben ohne allein zu sein sind die An-triebsmotoren dieser Idee und erfordern eine neue Wohnform: der Hausgemeinschaft im Alter. Neben einer innerstädtischen zentrumsnahe Lage mit guter Infrastruktur und einem Investor der bereit ist in diese Wohnform zu investieren bedarf ein solches Projekt offene Gebäudestrukturen mit erweiterten Funktionen für gemeinschaftliche Aktivitäten.

Der Kommunikationsraum

Bei dem Stadthaus Silberdistel gruppieren sich die Wohnungen um den zentralen. großzügigen Kommunikationsraum der vordergründig der Erschließung dient. Sein Luftraum wird durch den freistehenden Aufzugsturm in eingefärbten Sichtbeton und die differenzierte Stahltreppen, die in den Obergeschossen frei an den Geschossdecken hängen, gegliedert. Die unumgängliche Nutzung dieses Raumes über die Treppen, vorbei an den gemeinschaftlichen Flächen für Sportgeräte oder die Kakteensammlung, ist ein spannungsreiches Erlebnis und leistet einen Beitrag für die tägliche Bewegung. Dieser Raum bietet - quasi en passant - die Möglichkeit der ungezwungenen Begegnung und lädt ein zum Gespräch oder zur gezielten gemeinsamen Nutzung z.B. bei Fitnessprogramm.

Mit Blickbeziehung vom Treppenabsatz im EG bis zur Dachterrasse im DG unterstreicht er den Gedanken der Offenheit und Toleranz.

Wohnen in den eigenen vier Wänden

Die 13 seniorengerechten Wohnungen zwischen 45 und 90 qm sind der private Raum der jeweiligen Bewohner. Mit tief liegende großzügige Fenster und offene Grundrisse um eine Loggia oder Dachterrasse haben sie eine große Aufenthaltsqualität und bieten die gewohnte Privatheit.

Die Gemeinschaftsflächen

Gemeinschaftliches Wohnen und entsprechend den eigenen Fähigkeiten bewusst Verantwor-tung zu übernehmen bedingen gemeinschaftliche Flächen die dies ermöglichen. Hierzu gehören ein kleines Büro für den Verein und ein Gästeappartement sowie die zur Entspannung einladende Gemeinschaftsdachterrasse. Das Herz der Hausgemeinschaft ist jedoch der am Eingang zentral gelegene Forum mit einer großen Küche, die gerne genutzt wird und einen vorgelagerten Außenbereich besitzt, der in die Gartenanlage übergeht.

Haustechnik

Die Haustechnik mit Pelletkessel, Fußbodenheizung sowie Lüftungsanlage in Kombination mit sehr guten Fenstern und Wärmedämmung unterstreichen den nachhaltigen Ansatz des Projektes.

Fassade

Der klar umgrenzte Baukörper, fügt sich in das uneinheitliche städtebauliche Umfeld ein. Die Einleitung in Sockelgeschoss und drei Obergeschossen im DG als Dachgeschoss nach HBO hebt den Solitärcharakter hervor, der durch die Farbgebung unterstützt wird. Die Gliederung der Fassade mit tiefen Einschnitte und großen Fenstern tragen nicht nur den privaten Bedürfnissen Rechnung.

Gemeinsames Wohnen findet in unterschiedlichen Formen statt. Begegnungen en passant in den gemeinsamen Erschließungsflächen, gemeinsame Aktivitäten und Kochen im Gemeinschaftsraum. Ausruhen und entspanntes Plaudern auf der Dachterrasse.