Bund

Soforthilfeprogramm für Kleinunternehmen und Solo-Selbstständige

Mit einem Soforthilfeprogramm will der Bund Kleinunternehmen und Solo-Selbstständige unterstützen,
die in besonderem Maße von der Krise betroffen sind. Zur Sicherstellung der Liquidität
sollen diese Unternehmen eine Einmalzahlung für drei Monate erhalten – je nach Betriebsgröße
in Höhe von:

▪ bis zu 9.000 Euro (bis zu fünf Beschäftigten / Vollzeitäquivalenten)
▪ bis zu 15.000 Euro (bis zu zehn Beschäftigten / Vollzeitäquivalenten)

Mit dieser Soforthilfe sollen akute Liquiditätsengpässe überbrückt und die wirtschaftliche Exis-tenz
der Unternehmen gesichert werden. Die Einmalzahlungen müssen nicht zurückgezahlt
werden. Sofern der Vermieter die Miete um mindestens 20 Prozent gesenkt hat, kann der ggf.
nicht ausgeschöpfte Zuschuss für zwei weitere Monate bezogen werden. Antragstellung und
Auszahung der Soforthilfe erfolgt wird über die jeweiligen Bundesländer. Einzelne Bundeslän-der
haben die Soforthilfe zudem erweitert.

KfW-Sonderprogramm 2020


Unternehmen können ab sofort bei ihrer Hausbank einen Kredit für Investitionen und Betriebsmittel
beantragen, sofern sie bis zum 31. Dezember 2019 nicht in finanziellen Schwierigkeiten
waren (https://www.kfw.de/kfw.de.html). Ziel des Programmes ist es, Unternehmen, die durch die Corona-Pandemie in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind, mit kurzfristigen mit finanziellen
Mitteln zur Sicherung der Liquidität zu versorgen.

Unternehmen der Immobilien- und Wohnungswirtschaft steht das Programm grundsätzlich offen.
So können sowohl Investitionen in die Unternehmen, z.B. in die eigene Betriebs- und Geschäftsausstattung
o. ä., und – derzeit wahrscheinlich viel relevanter – Betriebsmittel (Personalkosten)
finanziert werden. Investitionen in den Wohnungsbestand werden hingegen nicht
finanziert. Dafür stehen weiterhin die bisherigen Programme der KfW zur Verfügung.
Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Programme ist, dass es sich um gewerbliche
Unternehmen handelt, die zu mehr als 50 Prozent in privater Hand sind. Mehrheitlich öffentlichen
Unternehmen steht das Programm nicht offen.

Öffentlichen Unternehmen steht weiterhin das Programm IKU – Investitionskredit Kommunale
und Soziale Unternehmen
zur Verfügung.


Hessen

Soforthilfe für Selbstständige, Freiberufler und kleine Betriebe

Die Hessische Landesregierung hat beschlossen, das vom Bund verabschiedete Programm für
Kleinunternehmen und Solo-Selbstständige zu ergänzen und zu erweitern. So sollen auch Betriebe
davon profitieren, die mehr als zehn Mitarbeiter haben.

Die Soforthilfe wird als Zuschuss gewährt. Dieser Zuschuss zur Sicherung der wirtschaftlichen
Existenz und Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen kann z.B. für laufende Betriebskosten
wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten u.Ä. verwendet werden. Die Liquiditätsengpässe
müssen jedoch nach dem 11. März 2020 aufgetreten sein.

Der Zuschuss wird einmalig für drei Monate gewährt und richtet sich nach der Unternehmensgröße:
▪ bis zu 10.000 Euro (mit bis zu fünf Beschäftigten / Vollzeitäquivalenten)
▪ bis zu 20.000 Euro (mit bis zu zehn Beschäftigten / Vollzeitäquivalenten)
▪ bis zu 30.000 Euro (mit bis zu 50 Beschäftigten / Vollzeitäquivalenten)

Beantragung – Soforthilfe für Selbstständige, Freiberufler und kleine Betriebe

Liquiditätshilfe für kleine und mittlere Unternehmen in Hessen


Dieses Programm wird von der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) aufgelegt.
Es soll zur Verbesserung der Finanzierungsstruktur sowie der Liquiditätssituation beitragen
und die Aufnahme von zusätzlichem Fremdkapital ermöglichen. Die Finanzierung erfolgt
in Form eines Nachrangdarlehens mit Übernahme des vollen Ausfallrisikos durch die WIBank,
für das keine banküblichen Sicherheiten erforderlich sind.

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nach aktueller EU-Definition
Unternehmen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft (einschließlich gewerblich tätiger Sozialunternehmen
mit Gewinnerzielungsabsicht), der freiberuflich Tätigen, sowie der am Markt
tätigen Sozialunternehmen in Rechtsform einer gGmbH. Der Sitz des Unternehmens oder
mindestens eine Betriebsstätte müssen sich in Hessen befinden.

Die WIBank stellt pro Endkreditnehmer einen Kreditbetrag zwischen 5.000 und 200.000 Euro
bereit.
Beantragung – Liquiditätshilfe für kleine und mittlere Unternehmen in Hessen

Weitere Unterstützungsmöglichkeiten des Landes Hessen


▪ Kapital für Kleinunternehmen (KfK)
Kleine Unternehmen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft (einschließlich gewerblich
tätiger Sozialunternehmen) und freiberuflich Tätige mit bis zu 25 Mitarbeitenden und 5
Mio. Euro Jahresumsatz können Darlehen zwischen 25.000 und 150.000 Euro erhalten,
die von der Hausbank um mindestens 50 Prozent aufgestockt werden. Für dieses
Förderdarlehen sind keine banküblichen Sicherheiten notwendig.
www.wibank.de/kfk

▪ Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen (GuW)
KMU mit bis zu 250 Mitarbeitern und 50 Mio. Euro Umsatz können aus diesem Förderprogramm
über ihre Hausbank Betriebsmittelkredite bis 1 Mio. Euro erhalten.
www.wibank.de/guw

▪ Bürgschaften
Bürgschaften bis 2,5 Mio. Euro mit einer Bürgschaftsquote von bis zu 80 Prozent bietet
die Bürgschaftsbank Hessen in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen an. Dazu zählen
auch Express-Bürgschaften für Kredite bis zu 312.500 Euro, die mit 80prozentiger Bürgschaftsquote
besichert und bei Erfüllung aller Kriterien besonders schnell erteilt werden.
https://bb-h.de/corona/

▪ Landesbürgschaften
Das Land Hessen übernimmt in besonderen Fällen Landesbürgschaften i. d. R. über
2,5 Mio. Euro. In Kooperation mit der Hausbank kann dadurch sowohl die Finanzierung
von Investitionen als auch die finanzielle Überbrückung von Liquiditätsengpässen abgesichert
werden.
www.wibank.de/landesbuergschaften